Das betriebliche Gesundheitsmanagement ist ein Herzensanliegen im Löhner Unternehmen Remmert. Ein gutes Beispiel dafür ist der Herz-Kreislauf-Check, der in Zusammenarbeit mit dem Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, bereits zum zweiten Mal stattfand. 65 der insgesamt 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Spezialherstellers für automatische Lager- und Logistiksysteme haben das diesjährige Vorsorgeangebot wahrgenommen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für ein Drittel aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich. Hierzulande ist die Lebenserwartung um 1,7 Jahre kürzer als in anderen Ländern Westeuropas. „Dabei ist eine Vorsorgeuntersuchung entsprechend der empfohlenen Leitlinien denkbar unkompliziert. Sie kann vor Ort im Unternehmen stattfinden“, betont Kardiologe Dr. Klaus-Peter Mellwig, der das Präventionsprogramm „Unternehmen mit Herz“ am HDZ NRW ins Leben gerufen hat.
Wer das freiwillige Angebot wahrnimmt, erfährt nach der Auswertung seiner Angaben zu familiären Vorerkrankungen, des EKGs sowie einer Laboruntersuchung, wie groß sein persönliches Risiko ist, innerhalb der kommenden zehn Jahre einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße oder Beine zu erleiden.
Ein Appell an die Eigenverantwortung
„Natürlich möchten wir mit dem Angebot die Eigenverantwortung unserer Beschäftigten adressieren, sich im Zuge eines Check ups vor Ort einmal mit den wichtigsten individuellen Risikofaktoren auseinanderzusetzen“, sagt Stephan Remmert, Geschäftsführer. „Die Untersuchungsergebnisse erfahren wir als Arbeitgeber selbstverständlich nicht. Sie unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.“ Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, ein gestörter Fettstoffwechsel, Diabetes und Bewegungsmangel zählen zu den schleichenden Faktoren, die gefährlich werden können“, zählt Dr. Mellwig auf.
„Erfahrungsgemäß werden wir bei etwa 15 Prozent der Untersuchten fündig und empfehlen Nachuntersuchungen in einer Hausarzt- oder Facharztpraxis.“ Besonders hellhörig wird der erfahrene Kardiologe im Falle von verdächtigen Herzklappengeräuschen oder auffälligen Laborwerten. „Das sind medizinische Warnsignale, die Betroffene selbst oft gar nicht wahrnehmen.“ Hier gilt: Je frühzeitiger erkannt und behandelt, umso besser kann die Lebensqualität erhalten werden.